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Glosse
Architektur in Bewegung

die heutige vorstellung einer „freizeitgesellschaft“ wird es nie geben, da sie die notwendige bewußtseinsentwicklung bremst und dadurch die einseitig ausgenützten leistungsanstrengungen für den lebensunterhalt konstant hält.
die illusion einer sogenannten „freizeitgesellschaft“ wird durch die etablierten machtfaktoren in ost und west betrieben und hat ungeheuren pressiven charakter. 
dagegen steht aber ein immer größer werdendes angebot an relevanter information, welche durch die explosive entwicklung von nachrichtenverarbeitung und der dafür erzeugten systeme für eine objektivation geistiger arbeit sorgt. das heißt aber immer höhere bildung in einem kontinuierlichen prozeß unter erfassung aller bevölkerungskreise, um so der klassenbildenden affinität und schlichtung zu privilegierten gesellschaftsgruppen entgegenzuwirken. der mensch der zukunft wird auswahlentscheidungen aus einem umfangreichen angebot aller möglichen gebiete unserer gesamten umwelt in rascher folge und in großer dichte treffen müssen, bei gleichzeitiger kontrolle seiner wahlentscheidungen. dies wird ermöglicht durch datenverarbeitende systeme mit geringer fehlerstreuung im rahmen einer relativen objektivität und großer durchlaufgeschwindigkeit. informationsverarbeitung als permanenter bildungsprozeß führt zu qualitativen entscheidungen, die sich quantifizieren und speichern lassen und so ein relatives „bankkonto“ ermöglichen, welches die heutigen währungssysteme und finanzstrukturen mit der verbundenen unterhaltsbeschäftigung zur existenzgrundlage überflüssig machen werden.

(Auszug aus einem Manifest von Günther Domenig und Eilfried Huth im Katalog zur trigon 1969 architektur und freiheit)

Avantgarde 1:  Bernhard Hafner: Von der Provinz, Intraprovinz, Zentren und der Avantgarde (SonnTAG 148)

Avantgarde 2: Bernhard Hafner im Gespräch mit Eilfried Huth – 2 Teile (SonnTAG 345 und 346 )

Avantgarde 3: Heidulf Gerngross: Wie man einen Archiquanten frisst 

Weil es Sommer ist, entschleunigen wir zum Abschluss A Tempo und gehen mit Katharina Gabalier zum Schwimmen: Eigentlich gehört mir der Wörthersee (SonnTAG 139).

Verfasser / in:

Emil Gruber

Datum:

Wed 12/08/2015

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Infobox

Von 1. Juni bis 30. September 2015 findet der erste steirische Architektursommer statt. GAT nimmt mit dem Projekt A Tempo – Die mobile High Definition Baustelle teil. Architektur in Bewegung ist der 24. und letzte Clip der Serie.

Konzept & Grafik: Norbert Rusz
Text: Emil Gruber
Videoclips: Nico Schrenk
Musik: Norbert Rusz

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